Der erste Unterricht zum Thema „Gender“

Die Schülerin Sutami besucht die 8. Klasse der Manikaji-Schule und erzählt uns ihre Gedanken und Erkenntnisse zum Thema „Gender“.

„Mein Name ist Sutami und ich bin Schülerin der 8. Klasse der Manikaji-Schule. Dieses Jahr habe ich am EMpower-Programm teilgenommen und zum ersten Mal etwas zum Thema „Gender“ gelernt. Eigentlich habe ich das Wort „Gender“ zu Hause schon öfter gehört, weil meine beiden älteren Brüder bereits am EMpower-Programm teilnahmen. Deshalb dachte ich, dass Gender eine ähnliche Bedeutung wie Sex hat. Jetzt, da ich mich im Unterricht mit dem Thema Gender beschäftigt habe, weiß ich, dass es eine umfassendere Bedeutung hat. Bevor ich mich mit dem Thema befasst habe, dachte ich, dass die Rechte von Frauen begrenzt sind und sie normalerweise als schwach angesehen werden. Frauen können nur Dinge tun, die mit der Hausarbeit zu tun haben, aber jetzt verstehe ich, dass Frauen tatsächlich viele Dinge in ihrem Leben tun können. Zum Beispiel ihr Studium fortsetzen und Männerarbeit verrichten, solange wir die gleichen Möglichkeiten haben.
Als ich in die Klasse kam und die Lehrerin uns sagte, dass wir „Gender“ lernen würden, war ich ein bisschen nervös, weil ich das Konzept von Gender nicht verstand. Aber die Lehrerin erklärte das Thema sehr sorgfältig und sorgte dafür, dass der Unterricht Spaß machte. Ich habe viel Neues gelernt, z. B. die Definition von Geschlecht, Gleichheit und Ungleichheit der Geschlechter, Geschlechterrollen und traditionelle Geschlechternormen in unserer Gesellschaft sowie das Patriarchat.
Als ich aus dem Gender-Kurs nach Hause kam, wurde mir klar, dass es in meiner Gemeinde Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern gibt, z. B. da Mädchen nachts nicht ausgehen oder bei ihren Freunden schlafen dürfen. Außerdem werden Frauen nicht zu Dorfversammlungen eingeladen und sie bekommen kein Erbe, egal ob sie verheiratet sind oder nicht.
Dementsprechend haben Männer in meinem Dorf eine andere Rolle und werden anders behandelt. Von Männern wird erwartet, dass sie immer stark sind, nicht weinen, hart arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen als Frauen. Ich hoffe einfach, dass Frauen und Männer in meinem Dorf in Zukunft fair behandelt werden, damit sie einen gleichwertigen Beitrag zu unserer Gemeinschaft leisten können.“

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