Der 12.-Klässler I Wayan Karta über sein Leben in der Pandemie

Ich bin Schüler der 12. Klasse der Pengalusan-Schule im Osten von Bali.

Seit Beginn der Pandemie im März 2020 hat meine Familie finanzielle Probleme, da jegliche Aktivität in unserem Dorf eingeschränkt wurde. Die neue Politik verbietet es uns, unseren örtlichen Bereich zu verlassen. Besonders hart trifft uns die Restriktion aufgrund unserer lokal hergestellten Bambusprodukte, die wir nicht auf dem Markt verkaufen können. Demnach haben wir überhaupt kein Einkommen mehr.

Außerdem dürfen wegen der geltenden Politik auch keine Schulen öffnen. Ich verbringe meine Zeit mit dem Lernen durch Online-Kurse. Aber das funktioniert nicht immer, weil es kein gutes Mobilfunknetz gibt, sodass ich oft zu spät zum Online-Unterricht komme, weil die Suche nach einem stabilen Signal manchmal sehr lange dauert.

Nach dem Online-Lernen verbringe ich die meiste Zeit mit Feuerholz und Gras sammeln, um unser Vieh zu füttern. Ich suche das Gras und das Feuerholz tief im Wald am Hang des Mount Agung, vor allem in dieser Trockenzeit ist das Gras jedoch rar und nur schwer zu finden.

Unterstützung meiner Eltern neben der Schule

Ich heiße  I Murdika und bin Schüler der 12. Klasse der Manikaji-Schule.

In einer Situation wie der heutigen sind wir Schüler*innen in Indonesien gezwungen, virtuell zu lernen. Ich darf jetzt zwar neue Technologien zum Lernen nutzen, die das Lernen durchaus erleichtern, aber sie verhindern nicht, dass ich mich langweile. Ich kann nicht wie sonst etwas mit meinen Freunden in der Schule oder im Freien unternehmen.

Als Junge aus einer ländlichen, hügeligen Gegend habe ich es nicht leicht, denn neben dem Lernen muss ich auch meinen Eltern zu Hause helfen. Unter anderem z. B. bei der Suche nach Gras für unsere Kühe, beim Kochen, bei der Suche nach Brennholz und bei meiner Routinetätigkeit in der Trockenzeit; dem Maniokhacken.
Da ich Schüler bin, erledige ich daneben noch alle Aufgaben, die mir mein Lehrer gibt, und zwar online. Das ist neu und schwierig für mich, weil ich mit dieser Technologie erstmal umgehen muss. Zudem kann ich oft kein Internet-Signal empfangen, es sei denn, ich gehe den Hügel hinunter, um nach einem Wi-Fi-Signal zu suchen. Trotzdem bleibe ich stets enthusiastisch und fleißig am Lernen, denn ich habe immer noch Träume und meine Eltern sollen sich über meine Leistungen freuen.

In Zeiten der Pandemie sind meine Freunde und ich sehr dankbar dafür, dass wir immer noch jeden Monat von EBPP Spenden in Form von Care-Paketen erhalten. Das hilft mir und meinen Freunden sehr, weil wir dadurch unsere täglichen Ausgaben senken können.

Ich bin auch den Lehrer*innen, Spender*innen und meinen Eltern sehr dankbar, die mich beim Lernen immer begleiten und unterstützen, auch wenn ich mich immer noch in dieser schwierigen Situation befinde. Ich bete, dass diese Pandemie bald vorübergeht, damit wir wie gewohnt zusammenkommen können.

Corona auf Bali – Hausbesuch des Schuldirektors

Wayan Sumadia, der Schuldirektor der Jatituhu berichtet, über seine tägliche Arbeit:

Heute ging ich zu den Häusern unserer Schüler der Jatituhu-Schule, die an den Hängen des Berges Abang leben, um Lernmaterialien für Schüler zu verteilen, die offline lernen. Er besuchte auch die Schüler, die online lernen, um sicherzustellen, dass sie keine Probleme bei der Bearbeitung der Aufgaben haben. Als Lehrer inmitten einer Pandemie müssen wir uns verschiedenen Herausforderungen stellen. Eine der schwierigsten Herausforderungen besteht darin, mit unserem Motorrad auf steilen und sandigen Straßen zu fahren. Doch wir geben niemals auf.

Heute erlebte ich wieder hautnah wie schwer es die Kinder und Jugendlichen unserer Schule haben. Der Schüler Komang, der die 9. Klasse besucht, lebt ziemlich entfernt von der Schule. Daher besuchte ich ihn, um sicher zu gehen, dass er auch alle Aufgaben vom letzten Mal erledigt und verstanden hat. Als ich ankam war er schon den ganzen Morgen beschäftigt und half seinen Eltern bei der Arbeit. Dies ist eine Pflicht, die er zusätzlich zum Lernen zu erfüllen hat, denn nur so kann das Einkommen für die Familien gesichert werden.

Wir sind froh über jede Unterstützung die wir bekommen können, um den Schülern einen Zugang zur Bildung zu ermöglichen.